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poVom Menschwerden
der Seele
Erlauben Sie mir,
den Titel dieses Workshops ein wenig zu erläutern. Der TAOS
Embodiment Course besteht aus vier einwöchigen Seminaren, die
einmal pro Jahr stattfinden. Der TAOS Embodiment Course benennt
sich nach einem Ereignis, das sich im nördlichen New Mexico in einem
stillen Ort irgendwo in der Nähe des Land of Enchantment
(Land des Zaubers) zugetragen hat. Diese Gegend liegt nahe beim Reservat
des Taos Pueblo Stammes und dem nachweisbar magischen und manchmal unheimlichen
Berg TAOS. Dort ereignete sich vor 7 Jahren folgendes: Ich saß alleine
schwitzend und schaudernd in einem Zelt im Wald nahe der Wüste, als
das Zusammenwirken von Informationen und Erlebnissen in mir eine noch
undeutliche, aber fortdauernde Sehnsucht auslöste. Bis zu diesem
Moment hatte ich mir für etwa 12 Jahre den Luxus geleistet, mir selbst
hinterherzulaufen, indem ich nach dem Sinn des Lebens suchte, besonders
den Sinn meines Lebens. Warum bin ich auf dieser Erde? Wer bin ich? Warum
all dieser Schmerz, das Leiden und die Ungerechtigkeit? Warum all diese
Glückseligkeit, Ekstase und Poesie?. In einer gewissen Weise war
ich in einer Sackgasse gelandet.
Ich machte mich auf diese Reise, um herauszufinden, woher ich komme. Ich
nahm zunächst einmal an, wenn ich nur weit genug zurückginge,
um mich dann wieder nach vorne zu bewegen, müßte ich eigentlich
die Dinge finden, die mich geformt haben und dementsprechend mich selbst.
Am Ende stand ich nun neben meiner eigenen These und begann meinen verrückten,
bunten, aber von den Mormonen Uthas ganz gut gepflegten Familienstammbaum
zu erforschen. Ich befragte meine Eltern und quälte meine arme, entsetzte
Mutter mit endlosen Fragen über meine Geburt und ihre Schwangerschaft
(d.h., mein pränatales Leben). Unerbittlich ging ich jedem Detail
nach, bis ich sie durch zu viele Fragen und mögliche Vorwürfe
und Beschuldigungen schließlich in die Flucht getrieben haben dürfte.
Während meiner inneren Prozesse des Ankommens auf diesem Erdenreich
kamen nämlich alle möglichen persönlichen Flüche,
Blindheiten und Leidenserfahrungen in mir auf. Ich entwickelte die feste
Überzeugung, dass eigentlich alles in bester Ordnung war, ehe ich
hier ankam. Wo auch immer ich herkam, dürften es wohl die erfahrenen
Verletzungen auf dieser Reise gewesen sein, die mich geprägt hatten.
Waren diese prägenden Erfahrungen nun denn etwas, was die Seele gesucht
hatte oder war dies alles nur reiner Zufall? Oder liegen die Dinge alle
völlig anders?
Mein armer ungeborener Schädel, der ein paar Zentimeter im Durchmesser
größer war als die Beckenöffnung meiner Mutter, wurde
gequetscht und gequält, als ich erbarmungslos in diese Welt gepreßt
wurde, während meine Mutter, die zu jung und zu unschuldig war, um
zu verstehen, was mit ihr geschah - nicht die leiseste Ahnung hatte, was
meine Nöte waren. Innerhalb jener Sekunden, die meine Eltern als
mein Auftauchen in dieser Welt ansahen, verwandelte ich ein fröhliches,
sorgloses Mädchen in eine von Tränensäcke gezeichnete Matrone
und dafür habe ich mich ewig verflucht. Gingen wir diese Verbindung
vielleicht in einem pränatalen Taumel der Freude ein, oder geschah
es aus Angst?
Obwohl ich heute weiß, dass sie mein Strampeln im Bauch fühlte,
habe ich sie nie danach gefragt.
In der nachfolgenden Selbsterforschung - währenddessen war ich noch
darum bemüht, die Rolle eines
30-jährigen Geschäftsmannes auszufüllen - hat meine erste
Geburtsregression mit William Emerson einen tiefen Eindruck auf den Weg
meiner Selbstsuche hinterlassen. Obgleich ich zu dieser Zeit noch sehr
skeptisch war, ob eine Geburtsregression möglich wäre,
war das, was sich ereignete, so tiefgehend, dass ich für 1 Std. das
Gefühl hatte, mein Herz würde zerquetscht und mein Kopf schmerzte
2 Std. Das Schlimmste an allem war, dass mein Sehen für eine Woche
so verschwommen war, als würde ich die Welt durch die Amnionflüssigkeit
hindurch betrachten. Es hat mich sehr erleichtert, als ich von meinem
Augenarzt einen neuen Satz Kontaktlinsen bekam, die mir glücklicherweise
die klare Sicht auf die Welt zurückgaben. Es schien, dass - zu meinem
völligen Erstaunen - meine Sehfähigkeit sich um das Doppelte
verbessert hatte, als dies vor 5 Jahren bei meinem letzten Besuch der
Fall war. Mein Augenarzt suchte verzweifelt nach einer Erklärung,
die ich ihm nicht leicht geben konnte, denn die Wahrheit wäre ihm
unglaubhaft erschienen. Etwas Elementares war geschehen.
Voller Inspiration setzte ich die Erforschung meiner Geburt mit William
Emerson fort, regregierte mit Graham Farrant zu den Erfahrungen des Spermiums
und des Eies, suchte Psychologen zu einer Gesprächstherapie auf,
arbeitet mit dem holotropen Atmen nach Grof, las Freud und Jung und studierte
die Ideen von Marie-Luise von Franz über Träume, Märchen
und Archetypen. Ich unterzog mich der Akupunktur, der Meditation, dem
Rolfing, Massagen und der vegetarischen Lebensweise. Ich erforschte außerordentlich
gründlich die Mythen der Schöpfung und die heiligen Geschichten
der amerikanischen Eingeborenen des großen Südwestens. Bilder
und Energien drangen in meine Seele ein und verwoben sich mit meinen Systemen:
Himmlische Sonnen und Monde, Geistwesen, vielarmige Hindu-Göttinnen,
riesige Spermien, Hopi-Tänzer mit Klapperschlangen im Mund, Ameisenmenschen,
Föten, Babies in erwachsener Größe und meine arme, verstörte
Mutter. Dann vermischten sich plötzlich die großartige Tiefe
der Psychologie und der Psychoanalyse, die Märchenbilder der Archetypen
mit den Verträgen, den Hypotheken und den Bankauszügen meines
Alltagslebens zu einem unentwirrbaren Durcheinander, einem Hindernis auf
dem Weg zu mir selbst. Als ich wie ein Mönch alleine in meinem Zelt
fastete, erlebte ich folgendes: Zunächst erschien sie mir als die
Halluzination meines weiblichen Selbst. Dann teilte sie sich mir jenseits
der Worte mit, gab mir etwas so Grundlegendes preis, dass ich völlig
erschüttert war. Ich habe keine Vorstellung, was sie sagte, weil
alles eine Sekunde später vergessen war. Nun weiß ich aber,
dass es möglicherweise eine Antwort auf mein Gebet war, das ich wie
ein Mantra über 2 Jahre vor mich hingemurmelt hatte: Was ist
mein Lebenszweck? Warum kam ich hierher? Schließlich gab es
eine zwar nur kurzzeitige, aber ewig erscheinende Auflösung meines
Selbst, so wie ich es kannte. Und da war meine Seele: Unsichtbar, herausgearbeitet,
dicht, mich vollständig ausfüllend, in mir, andererseits mich
von außen betrachtet, etwas größer als ich selbst und
vollständig und allumfassend verbunden mit allem und jedem Ort, einschließlich
der Leere und dem Nichts.
Etwa 1 Woche später fand ich mich, ich weiß nicht genau wie,
irgendwo in meinem normalen Leben wieder. Und ich dachte: Holla,
wenn meine Geburt damit etwas zu tun hat, wie mein Leben jetzt ist, und
wenn meine pränatalen Erfahrungen vielleicht sogar noch tiefgehender
waren, dann war möglicherweise meine eigene Zeugung (durch diese
merkwürdigen haploiden Gameten, die sich in ihrer eigenen, wunderbaren
Weise vereinen), eine Brücke zu dem besonderen Ort, von dem ich wohl
herkam. Vielleicht konnte ich erinnern, warum ich kam und herausfinden,
wer ich bin. Vielleicht ist die Zeugung so etwas wie ein Tor oder ein
Fenster zu dieser anderen Welt, ein Ort, wo die Wand zwischen den Welten
sehr dünn ist. Und vielleicht könnte ich, entledigt von der
Erdenschwere, wie ein Sandkorn in einem Stundenglas mich vor und zurück
bewegen. Ja, das ist der Zauberspiegel, der Wunschbrunnen ....
Das komische ist, all das war wahr. Ich hatte das Gefühl, den Geheimcode
geknackt zu haben, für mich selbst sowieso, aber auch das Tor zur
spirituellen Welt entdeckt zu haben. Ich hatte erfahren, wie man hindurchkommt
und wirklich seiner Seele begegnet. Können Sie sich vorstellen, wie
ich versuchte, dies voller Begeisterung und mit großen Augen meinem
Vater zu erklären, der Atheist ist, skeptisch und in seinem Wesen
und seiner Berufung naturwissenschaftlich orientiert? Aus Dankbarkeit
zu ihm muß ich sagen, dass es mich angetrieben hat, die naturwissenschaftlich
bekannten Tatsachen über die Zeugung zu erforschen, wie die Spermienreise,
die Ei-Reise, die Hülle, die sich um die Gene und Zytoplasma des
Eis bildet, die Verschmelzung der Gene, die Epistase und vieles andere,
was ich herausfinden konnte. Ich fing an, durch Regressionen weitere persönliche
Forschung dieses Feldes zu betreiben und tatsächlich wurde für
mich die Wand zwischen der naturwissenschaftlichen normalen Welt und der
persönlich-geistlichen Seelenwelt dünner und dünner. Meine
eigenen Klienten baten mich mehr und mehr um Hilfestellung, um immer frühere
regressive Stadien zu erreichen. Ich begann zu entdecken, dass die Spermienreise
und Ei-Reise sich überall im Alltagsleben wiederfand. Die vorderste
Linie der wissenschaftlichen Forschung (die unglücklicherweise von
der profitablen Popularität der In-vitro-Fertilisation angefacht
wurde) begann die Suche nach der Seele zu durchdringen und auch umgekehrt.
Am Ende, als all dies im Jahr 2000 eigenartig zusammenkam, hatte ich doch
den Mut, ein kleines Buch über die 5 Stadien der Spermienreise zu
schreiben und in 2001 führte ich den ersten Taos-Embodiment-Workshop
durch. Seitdem habe ich die wesentlichen Aussagen der Naturwissenschaft,
die Katakomben der Psyche und die Seelenwelt erforscht mit dem Blick auf
gemeinsame Strukturen, die anderen helfen könnten, ihre eigenen Pfade
zu ihrer Seele zu finden, so einzigartig und unterschiedlich sie sein
mögen. Wenn es gut läuft, sollten die weiteren Zusammenhänge,
die andere erforschen könnten, unbehindert bleiben von Anweisungen
oder Anleitungen, von Erwartungen oder Projektionen. Dies ist der Zweck
des Taos-Embodiment-Workshops, der aus vier, einmal pro Jahr
stattfindenden Seminaren besteht:
1. die Spermienreise; 2. die Ei-Reise; 3. das Wunder der Zeugung, 4. Tiefer
in die Gene, Dialog mit der Seele.
Übersetzung: Dr. G. Schroth, Speyer
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